Wiesbaden (welt-des-wissens) - Eine Webseite, deren Internetadresse http://www.globocam.com man sich merken und deswegen zu seinen Bookmarks hinzufügen sollte, ist "Globocam". Damit hat man kostenlos Zugriff auf sage und schreibe 29.000 Webcams weltweit und auf unendlich viele interessante Informationen. Bei "Globocam" kann seine eigene Webcam melden, sich darüber informieren, wie man sein eigenes TV-Studio betreiben kann und eine Webcam-Suche auf seiner eigenen Webseite einrichten.
Und das sagt "Globocam" über sich selbst:
"Wir bieten auf diesen Seiten schnellen Zugriff auf Tausende Webcams, die sich über den gesamten Globus verstreuen. Sehen Sie selbst zauberhafte Sonnenuntergänge, herausragende Gebäude, ferne Kulturen und das Wetter an fast allen Punkten der Erde."
*
Außerdem präsentiert "Globocam" unzählige interessante Informationen wie
DIES UND DAS: Wissenstest Hobbyseiten Mietwagen Weltweit Game-Box Awards Oldies hören eMail-Suche Lustige Videos Radio weltweit DOENER-Suchmaschine Lustige Videos II Lustige Videos III Bombenstimmung
Amsterdam (welt-des-wissens) - "Your latest news online" heißt es auf der Webseite des Videonachrichtendienstes "Zoom.in" und sie verspricht nicht zuviel. Denn unter der Internetadresse http://www.zoomin.tv/site/index.cfm?cid=4 wird kostenlos(!) ein beeindruckes deutschsprachiges Nachrichtenangebot präsentiert. Die Videobeiträge stammen aus den Themenbereichen Inland, Ausland, Sport, Kultur, Unterhaltung, Bemerkenswert, Top 2007 und Videos dieser Woche.
"Zoom.in" betreibt in vielen Ländern einen sehr empfehlenswerten Videonachrichtendienst jeweils in der Landessprache. Das deutsche Netzwerk zum Beispiel umfasste Ende Mai 2007 bereits 111 Distributionspartner, darunter die Internetportale von T-Online, MSN, der "Frankfurter Rundschau", des "Münchener Merkur", des "Hamburger Abendblatt", der "Hamburger Morgenpost", des "Kölner Stadtanzeiger", der "Berliner Morgenpost" und der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf.
In Europa betreibt "Zoom.in" bereits Videonachrichtennetzwerke in den Niederlanden, Frankreich, Belgien, Spanien und Italien. Projekte in der Schweiz und Griechenland laufen bereits oder stehen unmittelbar bevor, hieß es Ende Mai 2007.
"Zoom.in" generiert täglich etwa 150 Nachrichtenvideos aus eigener Produktion und namhaften Nachrichtenagenturen. Die Videos werden in den "Zoom.in"-Landesredaktionen in die jeweilige Sprache synchronisiert und in die Netzwerke eingestellt.
Videos "Walking with Prehistoric Beasts VI - Mammoth Journey" von Youtube
*
Wiesbaden (welt-des-wissens) – Die in der Politik und in der Wirtschaft oft gebräuchlichen Begriffe Mammutprogramm und Mammutsitzung im Sinne von etwas besonders Großem sind völlig fehl am Platz. Denn das eiszeitliche Mammut der Art Mammuthus primigenius war in Wirklichkeit nicht das größte Rüsseltier, sondern mit einer Schulterhöhe von etwa 3 Metern kleiner als ein heutiger Afrikanischer Elefant. Darauf weist der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst in seinem inzwischen vergriffenen Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" hin.
Die größten Elefanten sind – laut Probst – die Waldelefanten (Palaeoloxodon antiquus) und Steppenelefanten (Mammuthus trogonterii) im Eiszeitalter gewesen, die eine Schulterhöhe von ca. 4,50 Metern erreichten. Er glaubt aber nicht, dass statt Mammutprogramm und Mammutsitzung künftig Waldelefanten- oder Steppenelefantensitzung gesagt werden wird.
Mammute existierten etwa vor 250.000 bis 12.000 Jahren in Europa., aber auch in Asien, Amerika und Afrika. Sie sind durch ein dichtes Fell mit bis zu 35 Zentimeter langen Wollhaaren und darüber liegenden Deckhaaren gut gegen Kälte geschützt gewesen.
Außerdem hatten sie eine 3 Zentimeter dicke Haut und eine dicke Fettschicht. Ihre Stoßzähne waren bis zu 4 Meter lang und wogen pro Exemplar drei Zentner. Damit konnten sie Schnee wegschaufeln, um an die darunter befindliche pflanzliche Nahrung zu gelangen. Über das Aussehen der Mammute weiß man gut Bescheid, weil in Sibirien und Alaska insgesamt mehr als 40 Kadaver im Dauerfrostboden geborgen wurden.
Das Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" präsentiert zahlreiche Rekorde aus der Erdgeschichte, Pflanzenwelt, Tierwelt und Menschheitsgeschichte. Ernst Probst schrieb auch die Bücher "Deutschland in der Urzeit", "Deutschland in der Steinzeit", "Deutschland in der Bronzezeit", "Monstern auf der Spur" (Drachen, Riesen, Einhörner) sowie "Nessie" über das Ungeheuer von Loch Ness.
Auszug aus dem Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" von Ernst Probst
*
Die ältesten, meisten und schönsten Urvögel kamen im Gebiet von Solnhofen und Eichstätt in Bayern zum Vorschein. In dieser Gegend wurden bisher eine Feder und neun mehr oder minder gut erhaltene Skelette von Urvögeln der Gattung Archaeopteryx entdeckt. Diese Vogelvorfahren hatten Merkmale von Vögeln (Federn) und von Reptilien (reptilienähnliches Gehirn, Zähne im Kiefer, Krallen an den ersten drei Fingern und einen aus Wirbeln aufgebauten Schwanz). Der erste Urvogel wurde 1855 in einem Steinbruch bei Jachenhausen unweit von Riedenburg entdeckt, jedoch zunächst als Flugsaurier verkannt und erst 1972 als Urvogel identifiziert. Weitere Funde von Urvögeln glückten 1861 auf der Langenaltheimer Haardt in der Nähe von Solnhofen, 1876 auf dem Blumenberg bei Eichstätt, 1951 auf der Petershöhe bei Workerszell, 1956 in der Langenaltheimer Haardt und im vorläufig letzten Fall, der erst 1987 bekannt wurde, aus einem nicht mehr feststellbaren Zeitpunkt und Fundort. Die Feder wurde 1860 im Gemeindesteinbruch von Solnhofen geborgen. Von ihr wird je eine Hälfte in der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und historische Geologie in München und eine im Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin aufbewahrt. Die bayerischen Urvögel lebten in der Jurazeit vor etwa 150 Millionen Jahren. Sie flatterten noch recht unbeholfen von höheren Standorten aus zu Boden, da sie noch kein knöchernes Brustbein besaßen und deshalb wenig Ansatzflächen für die Flugmuskulatur boten. HINWEIS: Nach dem Erscheinen von "Rekorde der Urzeit" wurden weitere Urvögel entdeckt, siehe http://www.urvogelarchaeopteryx.de.vu
Die ältesten nicht nur als Abdrücke erhaltenen Vogelfedern wurden in einem mehr als 120 Millionen Jahre alten kreidezeitlichen Bernsteinstück aus dem Libanon entdeckt. Sie sind etwa 30 Jahrmillionen jünger als die Federabdrücke der versteinerten Urvögel aus Bayern. Dieser Prachtfund wird im Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart aufbewahrt, das eine wertvolle Bernsteinsammlung besitzt.
Die ältesten flugunfähigen Vögel sind aus der Kreidezeit vor etwa 85 Millionen Jahren bekannt. Zu ihnen zählt beispielsweise der etwa 1 Meter lange pinguinähnliche Hesperornis – zu deutsch „Vogel des Westens“ – aus Nordamerika. Seine Flügel waren verkümmert.
Als der älteste und größte Laufvogel Europas gilt der 2 Meter große Gastornis, der im Paläozän vor etwa 60 Millionen Jahren in Frankreich lebte. Er hatte einen großen Schädel, ein kleines Flügelskelett und riesenhafte Füße.
Der größte Laufvogel Deutschlands existierte im Eozän vor etwa 45 Millionen Jahren. Er war knapp 2 Meter hoch und wird Diatryma (Bild oben) genannt. Reste von diesem räuberischen Vogel, der selbst kleine Säugetiere nicht verschmähte, wurden im Geiseltal bei Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) und in der Grube Messel bei Darmstadt (Hessen) geborgen. Diatryma ist auch aus Nordamerika bekannt.
Der größte flugfähige Vogel dürfte der mit den Geiern verwandte Argentavis magnificens aus Argentinien gewesen sein, der dort im Miozän vor etwa 8 bis 5 Millionen Jahren heimisch war. Seine Flügelspannweite betrug etwa 7,20 Meter. Er war doppelt so groß wie der heutige Andenkondor, der mit einer Flügelspannweite von 3,30 Metern als der größte fliegende Vogel der Gegenwart gilt.
Die größten Strauße lebten vor mehr als 2000 Jahren in Neuseeland. Der dort vorkommende Moa (Dinornis maximus) war bis zu 3,60 Meter groß.
Als schwerster Vogel gilt der Madagaskarstrauß (Aepyornis maximus), der noch vor etwa 2000 Jahren auf Madagaskar existierte. Er dürfte das Vorbild für die Legende vom sagenhaften „Vogel Rock“ gewesen sein, der angeblich sogar Elefanten ergreifen und mit ihnen davonfliegen konnte. Das Gewicht des Madagaskarstraußes wird auf etwa 450 Kilogramm geschätzt.
Video "Dinosaurierstimmen zum Anhören" von Youtube
Wiesbaden (welt-des-wissens) – Dinosaurier sind im Weblog „Dinosaurier-Kino“ die Hauptdarsteller. Unter der Internetadresse http://dinosaurier-kino.blogspot.com werden vor allem Dinosaurier (zu deutsch: „schreckliche Echsen“) mit Videoclips vorgestellt. Dabei kann es sich um Szenen aus Kinofilmen, Fernsehsendungen oder Videos handeln, aber auch um kurze Filmbeiträge über Originalfunde oder Rekonstruktionen aus Museen oder Dinosaurierparks oder um Ausschnitte aus Zeichentrickfilmen.
Außer Dinosauriern werden im "Dinosaurier-Kino" auch Meeressaurier, Flugsaurier und andere Saurier, die keine „Dinos“ sind, zu sehen sein. Und sogar Monster, die es in Wirklichkeit nicht gegeben hat wie das berühmte Seeungeheuer „Nessie“ aus dem schottischen Bergsee Loch Ness oder das japanischen Filmmonster „Godzilla“.
„Dinosaurier-Kino“ stellt Dinosaurier und andere Saurier vor allem optisch mit Videoclips in deutscher oder englischer Sprache vor, die bei Videoplattformen wie Youtube, Clipfish oder MyVideo.de veröffentlicht wurden. Nur gelegentlich werden die Clips durch Texte ergänzt. Wer mehr über „Dinos“ lesen will, kommt in den Weblogs http://dinosaurier-news.blog.de und http://dinosaurier-welt.blogspot.com mit stärkerem Textanteil auf seine Kosten. Dort werden die wichtigsten Gattungen der Dinosaurier in Wort und teilweise mit Bild beschrieben.
Leseprobe aus der CD-ROM "Dinosaurier von A bis Z" des Wissenschaftsautors Ernst Probst:
Allosaurus Name: Seltsame Echse Größe: etwa 8,5 bis 12 Meter, möglicherweise sogar bis zu 15 Meter lang Vorkommen: Obere Jurazeit Funde: Colorado, Wyoming, Utah (USA) Erstbeschreibung: Marsh 1877
Allosaurus wurde 1877 von dem amerikanischen Paläontologen Othniel Charles Marsh (1831–1899) beschrieben. Die „Seltsame Echse“ gilt als gefährlichster Raub-Dinosaurier der Jurazeit in Nordamerika. In der Morrison-Formation kamen 44 Exemplare dieser Gattung zum Vorschein, darunter Jungtiere von etwa 3 Meter Länge. Die Morrison-Formation, eine Schichtenfolge aus der Oberen Jurazeit, ist nach einem Ort in Colorado benannt und erstreckt sich von Montana südwärts bis New Mexico. Erwachsene Allosaurier wogen mehrere Tonnen, hatten einen etwa 90 Zentimeter langen Kopf, einen kurzen und dicken Hals sowie einen langen Schwanz, der vermutlich zum Balancieren diente. An den langen Vorderarmen befanden sich drei Finger. Beutetiere wurden mit den mächtigen, bekrallten Hinterbeinen geschlagen. An den Schwanzknochen eines Elefantenfuß-Dinosauriers der Gattung Apatosaurus verraten Bissspuren von Allosaurus, dass dieser sich an Kadavern der großen Sauropoden gütlich tat. Ob er erwachsene riesige Elefantenfuß-Dinosaurier angriff, ist zweifelhaft. Vermutlich jagte er in Rudeln wehrlose Vogelbecken-Dinosaurier wie Camptosaurus.
Video "trip down loch ness" von Youtube http://www.youtube.com/watch?v=vmxT7No2hiE
Leseprobe aus der CD-ROM "Nessie" des Wissenschaftsautors Ernst Probst:
Das Gewässer, in dem das mysteriöse Seeungeheuer „Nessie“ immer wieder gesichtet wird, ist der schottische Hochlandsee Loch Ness. In der keltisch-englischen Sprache bezeichnet man Binnenseen als Loch, in Schottland auch tief in das Land einschneidende Meeresarme, die langgestreckten Fjorde (Firth genannt).
Loch Ness ist eines von rund 30000 Lochs in Schottland. Die größten Seen des Landes sind Loch Lomond (71 Quadratkilometer), Loch Ness (56 Quadratkilometer) und Loch Awa (39 Quadratkilometer), das mit 41 Kilometern das längste Loch ist. Schottland besitzt mit seinen von eiszeitlichen Gletschern geschaffenen Lochs einige der tiefsten Inlandgewässer der Welt: Loch Morar beispielsweise misst 372 Meter Tiefe.
Den Forschern gibt Loch Ness noch Rätsel auf. Bis heute weiß man beispielsweise nicht, wie tief dieser 36 Kilometer lange und 1,5 Kilometer breite See ist. Maximal 230 Meter, wie bisher gemessen, oder sogar bis zu 1000 Meter? Und lebt in seinen Tiefen tatsächlich eine unbekannte Tierart? Oder sogar ein prähistorisches Monster?
Loch Ness gehört zum Great Glen (auch Glen More genannt), einem langen und tiefen Graben, der bereits in der Devonzeit vor etwa 400 Millionen Jahren durch gigantische Verschiebungen der Erdkruste aufbrach. Seitdem trennt der etwa 95 Kilometer lange Great Glen den Nordwesten Schottlands (die Northwest Highlands) vom Nordosten (die Northeast Highlands) und dem übrigen Land.
Im Talzug des Great Glen – der „Großen Schlucht“ – reihen sich vier längliche Seen aneinander: Loch Ness, Loch Oich, Loch Lochy und Loch Linnhe (von Nordosten nach Südwesten). Davon ist Loch Ness das bekannteste Gewässer. Der See gilt als eines der größten Süßwasserreservoire in ganz Großbritannien.
Loch Ness ist ein Teil des 95 Kilometer langen Schifffahrtsweges „Kaledonischer Kanal“ („Caledonian Canal“). Er verbindet zwischen dem Firth of Lorne im Südwesten und dem Moray Firth im Nordosten den Atlantischen Ozean mit der Nordsee. Der Kanal erspart Schiffen den langen Weg um die Highlands im Norden und schafft eine wesentlich günstigere Verbindung zwischen den irischen Häfen und den Häfen im Osten Schottlands wie Aberdeen und Dundee.
Der „Kaledonische Kanal“ wurde 1822 nach 19-jähriger Bauzeit eröffnet. Für seinen Bau war der schottische Ingenieur Thomas Telford (1757–1834) verantwortlich. Dieses Projekt gab vielen Menschen Arbeit und Brot. Durch den „Kaledonischen Kanal“ und den Fluss Ness ist Loch Ness mit der Nordsee verbunden. Der Kanal und der Fluss dienen Meerestieren als Wanderwege in den See.
Loch Ness liegt auf einer Linie, die angeblich für erhöhte Erdbebenhäufigkeit bekannt ist. In Fort Augustus war am 22. Dezember 1755 das verheerende Erdbeben, bei dem zwei Drittel der portugiesischen Hauptstadt Lissabon zerstört wurden, stark spürbar: Das Wasser des Loch Ness stieg mehr als 1 Meter, überschwemmte den Ort und flutete angeblich 1 Stunde lang vor- und rückwärts.
Erdbeben wurden auch 1816, 1888, 1890 und 1901 im Gebiet des Loch Ness registriert. Das Beben von 1816 war in ganz Schottland spürbar. Beim Erdbeben von 1901 mit der Stärke 5 erlitt die Bank des „Kaledonischen Kanals“ bei Dochgarroch Gebäudeschäden. Die Epizentren der Erdstöße liegen meistens bei Lochend und Dochgarroch.
Im Eiszeitalter (Pleistozän) vor etwa 20000 Jahren lastete bis zu 1700 Meter mächtiges Eis auf Teilen von Schottland. Gegen Ende des Eiszeitalters vor etwa 12000 Jahren war Loch Ness vermutlich noch eine Meeresbucht. Doch als sich das vom Gletschereis befreite Land bei Inverness hob, wurde der Zugang zum Meer abgeschnitten.
Ablagerungen des Flusses Foyers teilen Loch Ness etwa in der Mitte in zwei tiefe Becken. Jedes Jahr wachsen die Ablagerungen auf dem Grund durchschnittlich um etwa 1 Millimeter an. Eine der tiefsten Stellen des Sees befindet sich südwestlich der Burg „Urquhart Castle“.
In der Bronzezeit vor etwa 4000 Jahren entstand die einzige Insel im Loch Ness. Sie wird „Cherry Island“ genannt. Vor „Urquhart Castle“ hat man ein ausgedehntes System von Unterwasserhöhlen ausgelotet, in denen sich mehrere unbekannte Tiere gut verstecken könnten.
Die Temperatur des Wassers vom Loch Ness erreicht selbst in heißesten Sommern selten mehr als sechs oder sieben Grad Celsius. Im Winter ist das Wasser des Lochs wärmer als die Luft und friert nie zu. In Schottland sind die Sommer verhältnismäßig kühl und die Winter mild.
Obwohl Loch Ness auch in der warmen Jahreszeit kaum zum Baden einlädt, haben einige wagemutige Schwimmer den 36 Kilometer langen See durchquert. Rekordhalter ist David Morgan: Er schaffte die einfache Strecke in 10 Stunden und 59 Minuten und die doppelte in 23 Stunden und 50 Minuten.
Tödlich endete am 29. September 1952 der Versuch von John Cobb, im Loch Ness mit einem Motorboot den damaligen Geschwindigkeitsweltrekord auf dem Wasser zu brechen. Spötter meinten, er sei bei seiner zweiten Fahrt auf dem See mit dem Monster zusammengetroffen. Doch in Wirklichkeit war die bei seiner ersten Fahrt erzeugte Welle die Unglücksursache gewesen.
Der schottische Hochlandsee hat noch nie die Leiche eines ertrunkenen Menschen oder Tieres wieder freigegeben. Deshalb ist es kein Wunder, dass von dem Seeungeheuer „Nessie“ bisher kein Skelett, kein Kadaver, kein Ei und kein Koprolith (Kot) entdeckt wurde.
In den Wäldern um Loch Ness wachsen Eichen, Eschen, Ebereschen, Haselnuss und Kiefern. Die meisten Eichen wurden im frühen 19. Jahrhundert für den Bau des erwähnten „Kaledonischen Kanals“ gefällt.
Zur Tierwelt im Loch Ness zählen Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere. Über die dort vorkommenden Tierarten informiert umfassend die sehr interessante Internetseite des „Nessie“-Forschers Anthony („Tony“) Harmsworth aus Drumnadrochit.
Loch Ness gilt als einer der fischreichsten Seen Großbritanniens. Dort schwimmen unter anderem Lachse, Aale, Elritzen, Forellen, Hechte und Stichlinge. Diese Tiere böten – falls vorhanden – einer Gruppe von Seeungeheuern reichlich Nahrung.
Wie Loch Oich und Loch Lochy dient Loch Ness aus dem Meer eingewanderten „Atlantischen Lachsen“ (Salmo salar) im Herbst als Laichgrund. Nach zwei Jahren wechseln die bis zu 20 Zentimeter langen Jungfische ins Meer, wo sie rasch wachsen und nach weiteren zwei Jahren bereits 3,5 bis 17, 5 Kilogramm wiegen.
Ins Loch Ness wandern auch „Arktische Lachse“ (Salvelinus alpinus) ein. Diese nördlich des Polarkreises vorkommenden Lachse heißen „Arctic Charr“, Seesaibling, Tiefseesaibling oder Wandersaibling. In Europa kommt diese Fischart in kalten, tiefen und nährstoffreichen Seen vor. 1982 wurden im Loch Ness in etwa 220 Meter Tiefe drei „Arctic Charr“ gefangen – ein Tiefenrekord in britischen Süßwasserseen.
Die schlangenförmigen und räuberisch lebenden Aale (Anguilla anguilla) kommen im Loch Ness häufig vor. Zum Laichen wandern sie ohne Nahrungsaufnahme zur tausende von Kilometern entfernten Sargossasee im Atlantik, wo sie nach Eiablage und Besamung absterben. Die Larven gelangen mit dem Golfstrom nach etwa 3 Jahren an die europäischen Küsten und wandern flussabwärts.
Elritzen (Phoxinus phoxinus) halten sich meistens in ufernahen Bereichen des Loch Ness zwischen Wasserpflanzen auf. Die in Schwärmen auftretenden Elritzen werden zu den Karpfenfischen gerechnet, sind überwiegend etwa 7 bis 12 Zentimeter lang, fressen vor allem Kleinkrebse und gelten als Anzeiger für sauberes Wasser.
Forellen (Salmo trutta) existieren in großer Zahl im Loch Ness. Im Jahr 2000 gelang dort der Rekordfang einer 7,5 Kilogramm schweren Forelle. Bei Suchaktionen nach „Nessie“ erzeugten Forellen oft Sonarkontakte.
Hechte (Esox lucius) sind im Loch Ness eher selten anzutreffen. Diese Raubfische mit walzenförmigem Körper und entenschnabelförmiger Schnauze am Maul erreichen eine beachtliche Länge bis zu etwa 1,50 Metern. Sie besitzen eine große Schwimmblase und können beim Schallortungsverfahren starke Sonarkontakte erzeugen.
Dreistachlige Stichlinge (Gasterosteus aculeatus) treten im Loch Ness zahlreich auf. Dabei handelt es sich meistens um bis zu 8 Zentimeter lange, gedrungene und seitlich gepanzerte Raubfische mit aufrichtbaren Knochenstacheln vor der Rückenflosse. Sie sind als Laich- und Bruträuber gefürchtet.
Auch Barsche, Karpfen, Plötzen und Weißfische sind aus dem Loch Ness bekannt.
Zu den im Loch Ness vorkommenden Amphibien zählen Frösche, Kröten und Wassermolche. Am größten unter ihnen werden die Kröten, die eine Länge bis zu 12,5 Zentimetern erreichen. Die Wassermolche bringen es maximal auf 7,5 Zentimeter und die Frösche auf 10 Zentimeter.
Reptilien sind am Loch Ness durch Eidechsen, Blindschleichen und Schlangen vertreten. Eidechsen halten sich auf den Felsen am Seeufer auf. Blindschleichen trifft man sehr selten an. Auch die giftigen Schlangen werden nur an Land gesichtet.
Zur Vogelwelt im Loch Ness gehören Enten, Kormorane und Reiher. Enten oder die von ihnen im See erzeugten Wellen sind aus großer Distanz schon oft für „Nessie“ gehalten worden. Auch die langhalsigen Kormorane werden aus der Entfernung gelegentlich als „Monster“ verkannt. Reiher kommen am Loch Ness oft vor.
Die am häufigsten im Loch Ness beobachteten Säugetiere sind Hirsche. Auf etlichen Fotos des „Loch Ness Projects“ sind im See schwimmende Hirsche oder Rehe erkennbar. Otter dagegen werden dort selten gesehen und vermutlich zuweilen als „Nessie“ fehlgedeutet.
Ab Mitte der 1980-er Jahre wurden öfter Seehunde (Phoca vitulina) im Loch Ness gesichtet. Diese Robben folgten offenbar Lachsen den Fluss Ness hinauf in den See und verbrachten dort einige Monate im Süßwasser.
Im Schlamm auf dem Grund des Loch Ness leben unter anderem winzige Würmer, die nur unter dem Mikroskop sichtbar sind. Dies fanden Wissenschaftler des Londoner „British Museum of Natural History“ 1993 heraus. Sie identifizierten insgesamt 27 Arten solcher Würmer, darunter waren auch einige bis dahin unbekannte Spezies.
Ins Loch Ness münden sieben Flüsse (Oich, Tarff, Enrich, Coiltie, Moriston, Foyers, Farigaig), 60 große Bäche und mehrere hundert kleiner Rinnsale. Nur der etwa 8 Kilometer lange Fluss Ness dient als Abfluss des Sees: Er strömt durch Inverness und mündet in den Moray Firth, der rund 17 Meter tiefer liegt als Loch Ness.
Flüsse und Bäche schwemmen aus Mooren und Heiden unzählige Torfpartikel ins Loch Ness, die dem Wasser die Farbe kräftiger Fleischbrühe verleihen. Taucher können bereits in 2 Metern Tiefe kaum noch ihre eigene Hand vor Augen erkennen. Aus diesem Grund ist „Nessie“ auf Fotos von Unterwasserkameras schlecht zu sehen.
Durch langanhaltende und starke Regenfälle kann der Wasserspiegel des Loch Ness um mehr als 2 Meter ansteigen. Bereits bei normalen Regenfällen schwillt der Wasserspiegel des Sees häufig über einen halben Meter an. Schon ein viertelstündiger Regen fügt dem Loch bis zu 10000000 Tonnen Wasser hinzu.
Am Loch Ness liegen die Orte Dochgarroch, die Burg Aldourie Castle, Dores, Inverfarigaig, Foyers, Fort Augustus, Invermoriston, die Burg „Urquhart Castle“, Drumnadrochit, Temple Pier, Abriachan und Lochend. Einige dieser Lokalitäten machten bei Sichtungen von „Nessie“ immer wieder Schlagzeilen.
In Drumnadrochit informieren zwei Ausstellungen über das „Ungeheuer vom Loch Ness“: das „The Official Loch Ness Exhibition Centre“ und das „Original Loch Ness Monster Centre“. Neben dem Gebäude der letzteren Schau befindet sich ein Teich mit einer künstlichen „Nessie“.
Am nordöstlichen Ende des Loch Ness befindet sich – etwa 3 Kilometer nördlich von Dores – die im 17. Jahrhundert errichtete Burg „Aldourie Castle“. Dort soll ein Gespenst namens „The Grey Lady“ („die Graue Lady“) sein Unwesen treiben.
Am Westufer des Loch Ness liegt – etwa 3 Kilometer südlich von Drumnadrochit – auf einem Felsen die rötliche Ruine von „Urquhart Castle“. Die Burg existiert seit der Regentschaft von William the Lion von 1165 bis 1214. Während ihrer wechselvollen Geschichte fiel sie mal an Schottland, mal an England. 1691 wurde die Burg gesprengt, ab 1708 benutzte man sie als Steinbruch.
Die etwa 9300 Einwohner zählende Stadt Fort Augustus am Südende des Loch Ness liegt rings um das ehemalige Fort, das Anfang des 18. Jahrhunderts von den Engländern errichtet wurde. In den 1870-er Jahren errichteten Benediktinermönche in dem früheren Fort ein Kloster. Ende 1998 zogen die Mönche wieder aus, heute werden die Gebäude als Museum genutzt.
Unheimliche Wesen sind von jeher in schottischen Seen etwas ganz Normales. Seit Alters her werden Kinder in Schottland vor Wassergeistern („Kelpies“) gewarnt, die in der Gestalt von Pferden („Water Horse“ der „Each Uisge“) im Schilf lauern und auf Menschen warten, die sich zu nahe ans Ufer wagen. Dann packen die „Kelpies“ ihre Opfer, zerren sie ins Wasser, ertränken und fressen sie, heißt es.
Diese alten Geschichten sowie unerklärlich scheinende Beobachtungen dürften wesentlich zur Entstehung des Mythos von „Nessie“ beigetragen haben. Das „Loch-Ness-Monster“ ist aber beileibe kein Einzelfall: In Großbritannien kursierten schon lange Erzählungen über im Wasser lebende mysteriöse Kreaturen wie Drachen oder Nixen (Seejungfern).
In Schottland wurden nicht nur im und am berühmten Loch Ness immer wieder Monster gesichtet. Auch in vielen anderen Seen sollen angeblich Ungeheuer hausen: unter anderem im Loch Oich, Loch Lochy, Loch Morar, Loch Lomond und Loch Shiel.
Loch Oich, der südliche Nachbarsee des Loch Ness, beherbergt angeblich das Monster „Wee Oichy“ mit pferde- oder hundeähnlichem Kopf, schlangenartigem Körper, zwei Höckern und schwarzer Haut. Im Loch Lochy wurde das Ungeheuer „Lizzy“ beobachtet. Im Loch Morar, südwestlich des Loch Ness, soll das Monster „Morag“ hausen. Als Heimat eines Untiers gilt auch Loch Lomond. Im Loch Shiel an der Westküste Schottlands hat man angeblich das Monster „Shielagh“ oder „Seilag“ gesichtet.
Wiesbaden (welt-des-wissens) - Da kommt keine Langeweile auf: Unzählige Fernsehsender, deren Beiträge man kostenlos im Internet sehen kann, sind auf der Webseite "wwiTV" mit der Internetadresse http://de.wwitv.com finden. Die lange Liste der Länder reicht von Armenien bis zu Zypern.
Ein besonderes reiches Senderangebot wird bei den "TV streams aus Deutschland" präsentiert. Dort gibt es sehr viele TV-Sender von A bis Z zu entdecken - nämlich von der ARD-Tagesschau bis zum ZDF.
Wer sich für ein spezielles Thema interessiert, kommt voll auf seine Kosten. Neben Nachrichten-, Regional oder Lokalsendern gibt es auch Spezialsender wie beispielsweise ADAC-TV, Aqua TV (Wassersportmagazin), Astro TV (Astrologie), Bahn TV (Verkehrsnachrichten, Bahnnachrichten), Börsennachrichten, Cartoons, Fashion Guide TV, Game TV, Help TV (Beratungsfernsehen), Lastminute TV (kommerzieller Reisesender), Musikvideos, Schmuckkanal, Sportwin TV, Terra Nova (Dokumentationen über Natur, Traumpartner TV (Internet dating) oder Wetter.
Zum Ansehen der TV streams benötigt man die Programme "Real Player oder Media Player".
Und das sagt wwiTV über sich selbst:
"wwiTV.com ist ein unabhängiger Führer für online verfügbare Medien. Wir liefern selbst keinen Streaming-Content, aber verweisen nach externen im Internet verfügbaren Inhalten. Diese Seite ist so organisiert, dass Nutzer von PCs und anderen elektronischen Hilfsmitteln einfach ihren Weg finden zu verfügbaren Medieninhalten."
Wiesbaden (welt-des-wissens) - Die ersten Kunstwerke der Menschheit wurden bereits in der Altsteinzeit vor mehr als 30000 Jahren geschaffen. Den damaligen Jägern und Sammlerinnen dienten vor allem eiszeitliche Tiere und merklich seltener Menschen als Motive. Sie hinterließen realistische Felszeichnungen und Schnitzereien. Dies berichtet der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst in seinem inzwischen vergriffenen Taschenbuch "Rekorde der Urzeit".
Als die ältesten Darstellungen menschlicher Gedanken werden von manchen Prähistorikern die etwa 300000 Jahre alten rätselhaften Ritzmuster auf polierten Tierknochen von Bilzingsleben in Thüringen gedeutet. Sie sind von Frühmenschen so regelmäßig angebracht worden, dass sie nach Ansicht einiger Experten nicht bei alltäglichen Arbeiten entstanden sein können. Beispielsweise ist auf einem 40 Zentimeter langen Schienbeinrest eines Elefanten ein Bündel von sieben genau zusammenlaufenden Linien sichtbar. Auf einem anderen Knochen sind 14 solcher Linien in gleichmäßigem Abstand erkennbar und bei einem weiteren Knochenfragment sieben Linien. Der Fußwurzelknochen eines Elefanten wurde mit Ritzlinien in Gestalt eines doppelten Rechtecks mit feiner Schraffierung versehen. Diese rhythmische Folge von Strichen und geometrischen Mustern ist vielleicht ein erster Schritt auf dem Weg zu früher bildlicher Darstellung abstrakter Figuren. Auf einem Tierknochen wollen ostdeutsche Prähistoriker sogar eine Gravierung erkannt haben, die einen Löwen zeigen soll. Die Ritzzeichnungen von Bilzingsleben werden jedoch in der Fachwelt nicht als Kunstwerk anerkannt.
Die ältesten eindeutigen Kunstwerke sind in der Zeit vor etwa 35000 bis 29000 Jahren entstanden. Sie stammen von Jägern und Sammlerinnen aus der Kulturstufe des Aurignacien, die nach einem französischen Fundort benannt ist. Die damaligen Künstler schufen realistische Felsritzungen und -zeichnungen an Höhlenwänden oder auf Felsblöcken und schnitzten mit Hilfe von scharfkantigen Feuersteinwerkzeugen formvollendete Tier- und Menschenfiguren. Kunstwerke aus dem Aurignacien kennt man aus Frankreich, Deutschland, Österreich und Russland.
Die ältesten figürlichen Kunstwerke Deutschlands wurden in drei baden-württembergischen Höhlen entdeckt: in der Geißenklösterlehöhle bei Blaubeuren-Weiler im Achtal, in der Vogelherdhöhle bei Heidenheim und in der Höhle Hohlenstein-Stadel bei Asselfingen, beide im Lonetal gelegen. Diese Funde sind mindestens 30000 Jahre alt und das Werk von Aurignacien-Leuten. Bei den Kunstwerken aus den süddeutschen Höhlen handelt es sich ausnahmslos um aus Mammutelfenbein geschnitzte Tier- und Menschenfiguren. Die Funde aus der Geißenklösterlehöhle stellen das Mammut (zwei Funde), den Wisent, den Höhlenbär in Angriffshaltung und einen Menschen mit hoch erhobenen Armen und gespreizten Beinen dar. Die Menschendarstellung wird als Betender gedeutet. Die meisten Kunstwerke aus dem Aurignacien in Deutschland kamen in der Vogelherdhöhle zum Vorschein. Dort barg man die Plastik von drei Mammuten, einem Fellnashorn, einem Wisent, einem Wildpferd und fünf Raubkatzen sowie eine plumpe Menschenfigur mit knopfartigem Kopf. Das rätselhafteste Kunstwerk wurde in der Höhle Hohlenstein-Stadel entdeckt: ein fast 30 Zentimeter hohes Wesen mit dem Kopf einer Höhlenlöwin, dem Körper eines Menschen und tierischen Füßen. Vielleicht verkörperte die Figur eine Gottheit.
Als das früheste Kunstwerk Österreichs gilt eine 7,2 Zentimeter hohe Frauenfigur aus Stein, die am Galgenberg von Stratzing bei Krems in Niederösterreich entdeckt wurde. Sie ist mehr als 31000 Jahre alt. Das ergab eine Altersdatierung von Holzkohlenresten aus der Fundschicht. Die Kremser Frauenfigur wirkt mit ihrem erhobenen linken Arm, dem seitlich abgestemmten rechten Arm, dem gedrehten Körper und den getrennten Beinen grazil und tänzerisch. Deshalb wurde sie von der Ausgräberin als "Fanny - die tanzende Venus vom Galgenberg" bezeichnet. Der Name Fanny erinnert an die berühmteste Tänzerin Österreichs, Fanny Elßler. Nach einer anderen Deutung handelt es sich um einen Jäger mit geschulterter Keule.
Die ältesten Kunstwerke Russlands hat man bei Sungir unweit von Vladimir nordöstlich von Moskau gefunden. Sie sollen mehr als 32000 Jahre alt sein. Die bei Sungir entdeckten Tierfiguren aus Mammutelfenbein stellen in zwei Fällen das Wildpferd sowie einen Wisent und ein Mammut dar.
Die meisten dicken Frauenfiguren aus der Altsteinzeit wurden im Gravettien zwischen etwa 28000 und 21000 Jahren hergestellt. Damals schufen die Jäger und Sammler zwischen dem Don in Russland und der Atlantikküste in Frankreich neben Wildtieren vielfach üppige Frauenfiguren. Sie werden ironischerweise - völlig unzutreffend - als "Venusfiguren" bezeichnet. Derartige "Venusfiguren" sind in Frankreich (Lespugue, Monpazier, Pechialet, Sireuil), Italien (Chiozza, Grimaldihöhlen, Savignano, Trasimeno), Deutschland (Mainz), Österreich (Willendorf), Tschechien (Dolni Vestonice, Pavlov, Petrkovice) und in Russland (Avdeevo, Chotylevo, Gagarino, Kostenki) entdeckt worden. Man hat sie aus Stein und in Tschechien sogar aus Ton geschaffen. Solche),Venusfiguren« spielten vermutlich eine große Rolle in der Ideen- und Gefühlswelt der damaligen Menschen.
Die einzigen "Venusfiguren" aus dem Gravettien vor mehr als 21000 Jahren in Deutschland sind 1921 auf dem Linsenberg in Mainz entdeckt worden. Sie kamen bei Bauarbeiten in etwa 2,70 Meter Tiefe ans Tageslicht. Die Mainzer Funde sind nur fragmentarisch erhalten. Beide "Venusfiguren" zeigen einen Teil des Unterkörpers und sind nur etwa 3,5 Zentimeter hoch. Man hat sie aus Stein geschnitzt. Eine in den Weinberghöhlen von Mauern in Bayern geborgene "Venusfigur" aus Ton soll gefälscht sein.
Zu den berühmtesten Frauenfiguren Österreichs aus dem Gravettien vor etwa 25000 Jahren zählt die "Venus von Willendorf". Die schon 1908 bei Ausgrabungen entdeckte "Venus" ist 10,3 Zentimeter hoch und besteht aus Kalkstein. Es ist eine nackte Frau ohne Füße. Farbreste deuteten darauf hin, dass die Figur einst rot bemalt war. Die "Venus von Willendorf" wird im Naturhistorischen Museum Wien aufbewahrt. Eine plumpere "Venus" wurde 1926 am selben Fundort geborgen. Man hat sie aus Mammutelfenbein geschnitzt. Ursprünglich war sie wohl 30 Zentimeter lang.
Die meisten Gravierungen auf Steinplatten aus dem Magdalénien zwischen etwa 18000 und 11500 Jahren wurden in Gönnersdorf bei Neuwied in Rheinland-Pfalz entdeckt. Dort fand man nahezu 200 Darstellungen von Tieren und etwa 400 von stilisierten Frauen ohne Kopf und ohne Füße. Diese Motive wurden in grauschwarze Schieferplatten eingraviert, die man - nachdem sie ihre magische oder kultische Aufgabe offensichtlich erfüllt hatten - einfach liegen ließ. Unter den Gönnersdorfer Tierdarstellungen überwiegen eindeutig Abbildungen vom Wildpferd (74mal) und vom Mammut (61mal). Seltener sind Gravierungen vom Fellnashorn, Hirsch, Elch oder der Saiga-Antilope, Auerochsen, Wisent, Wolf, Höhlenlöwen (ohne Kopf, Fisch, Vogel oder der Robbe.
Die schönsten und meisten Höhlenmalereien wurden im Magdalénien zwischen etwa 18 000 und 11500 Jahren in Frankreich und Spanien geschaffen. Aus dieser Zeit kennt man heute in Frankreich und Spanien mehr als 150 Höhlen, die Malereien von Wildtieren und ganz selten auch von Menschen zeigen. Zu den grandiosesten Höhlenmalereien gehören diejenigen von Lascaux bei Montignac in der Dordogne (Frankreich) und von Altamira in Kantabrien (Spanien). In Lascaux wurden vor etwa 17000 Jahren Auerochsen, Höhlenbären, Wisente, ein "Einhom"-ähnliches Wesen, Hirsche, Fellnashörner, Wildpferde, Esel, Steinböcke, Moschusochsen, Rentiere, Vögel und Raubkatzen dargestellt. Zu den geheimnisvollsten Szenen in Lascaux gehört die Darstellung eines wutschnaubenden Wisents, der von einem Speer getroffen wurde, und eines vor ihm liegenden verletzten oder toten Jägers. Ähnlich alte Höhlenmalereien wie in Frankreich und Spanien kennt man auch aus der Kapova-Höhle im Südural in Sibirien.
Die ältesten Kunstwerke der Schweiz stammen aus dem Magdalénien vor mehr als 11500 Jahren. Die schönsten und meisten Kunstwerke aus dieser Zeit wurden in der Höhle Kesslerloch bei Thayngen (Kanton Schaffhausen) gefunden. Bekannt ist vor allem die Gravierung des so genannten "Suchenden Rentiers" (früher "Weidendes Rentier" genannt) auf einem Lochstab aus Rentiergeweih. Mit Hilfe solcher Lochstäbe hat man damals krumme Holz- oder Elfenbeinstäbe über Wasserdampf gerade gebogen. Weitere Kunstwerke aus dem Magdalénien in der Schweiz wurden in der Höhle Schweizersbild, in der Rislisberghöhle, am Hollenberg bei Arlesheim und bei Baar geborgen.
*
Der Wissenschaftsautor Ernst Probst
Der 1946 in Neunburg vom Wald im bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz geborene und heute im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim lebende Wissenschaftsautor Ernst Probst veröffentlichte mehr als 25 Bücher. Er machte sich vor allem durch seine Bücher "Deutschland in der Urzeit", "Deutschland in der Steinzeit" und "Deutschland in der Bronzezeit" einen Namen. Seine Werke über die Steinzeit und Bronzezeit werden in mehreren Bänden des ZEIT-Lexikon erwähnt.
*
Das Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" ist zeitweise gebraucht erhältlich bei: http://www.amazon.de
Wiesbaden (welt-des-wissens) - Als größtes Fluginsekt gilt die libellenähnliche Meganeura monyi, die gegen Ende der Karbonzeit vor etwa 300 Millionen Jahren lebte. Ein Fund von dieser Art bei Comentry in Frankreich hat eine Flügelspannweite von etwa 70 Zentimeter, also mehr als viele heutige Vögel. Nachzulesen ist dies in dem inzwischen vergriffenen Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst.
Das größte libellenähnliche Insekt in Deutschland wurde 1981 auf der ehemaligen Halde des Karl-Moritz-Schachtes in Plötz (Sachsen-Anhalt) entdeckt. Dieses Stephanotypus schneideri genannte Tier aus der Zeit vor etwa 300 Millionen Jahren hatte eine Flügelspannweite von etwa 40 Zentimeter. Der Gattungsname Stephanotypus erinnert daran, dass der Insektenrest von Plötz in Schichten des Stephaniums, der jüngsten Stufe der Karbonzeit, gefunden wurde und der Gattung Typus aus der Permzeit in Nordamerika ähnelt. Mit dem Artnamen schneideri wird der Insektenspezialist Jörg Schneider von der Bergakademie Freiberg in Sachsen geehrt.
Auszug aus dem inzwischen vergriffenen Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" von Ernst Probst
*
Zu den ersten fischähnlichen Wirbeltieren in den Meeren des Kambriums vor mehr als 510 Millionen Jahren gehört die Gattung Anatolepis. Die Kenntnis von ihr stützt sich allerdings nur auf winzige und fragliche Reste. Die ersten sicheren Funde von fischähnlichen Wirbeltieren stammen aus dem Ordovizium vor mehr als 455 Millionen Jahren. Es waren gepanzerte kieferlose Tiere (Agnatha genannt). Sie gelten als die ersten Wirbeltiere.
Das älteste fischähnliche Wirbeltier Deutschlands hat im Silur vor mehr als 410 Millionen Jahren im Meer gelebt. Es heißt Tolypelepis, war bis zu 25 Zentimeter lang und wurde bei Gräfenhainichen in der Dübener Heide (Sachsen-Anhalt) entdeckt.
Als Vorläufer der ersten Landwirbeltiere gelten die Rhipidistier im Devon vor mehr als 390 Millionen Jahren. Diese Fische konnten sich mit ihren kräftigen Flossen, die bereits den Extremitäten der späteren Amphibien und Reptilien ähnelten, vom Boden abstützen. Der besondere Bau der Gliedmaßen und lungenartige Organe ermöglichten ihnen vielleicht das Überleben beim Austrocknen ihres Lebensraumes. Eventuell waren sie sogar fähig, sich schlängelnd bzw. kriechend in benachbarte Gewässer zu retten. Eine andere Gruppe, die Coelacanthiformes, blieb dagegen im Wasser. Die heute noch als „lebende Fossilien“ an der Ostküste Südafrikas vorkommenden Quastenflosser der Art Latimeria chalumnae gehören zu den Coelacanthiformes.
Die ältesten Panzerfische (Placodermi) Deutschlands lebten im Devon vor mehr als 390 Millionen Jahren im Hunsrückschiefermeer. Sie waren für das Leben am Meeresgrund angepasst und wahrscheinlich schlechte Schwimmer. Der größte unter diesen Panzerfischen war die bis zu 2,50 Meter lange Art Tityosteus rieversi. Andere prächtig erhaltene Panzerfische aus den Hunsrückschiefermeer in der Devonzeit – wie Gemuendina und Lunaspis – sind im Schlosspark-Museum von Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz zu sehen.
Als ältester Lungenfisch Deutschlands gilt die Art Dipnorhynchus lehmanni. Auch sie kam im Devon vor mehr als 390 Millionen Jahren im Hunsrückschiefermeer vor. Diese Art wurde in Bundenbach (Hunsrück) in Rheinland-Pfalz nachgewiesen.
Der größte Raubfisch der Devonzeit vor etwa 370 Millionen Jahren war der maximal 8 Meter lange Dinichthys („Schreckensfisch“). Als die ersten Panzerreste von ihm in Meeresablagerungen von Ohio (USA) entdeckt wurden, fiel es den Experten schwer, zu glauben, dass sie von einem Fisch stammen sollten.
Der größte Süßwasserhai der Permzeit in Deutschland war der maximal 3 Meter lange Orthacanthus senckenbergianus, der vor mehr als 280 Millionen Jahren in Seen des Saar-Nahe-Gebietes jagte. Er konnte schnell schwimmen und fraß kleinere Fische. Skelette von diesem imposanten Süßwasserhai fand man in Lebach (Saarland) und in Niederkirchen (Rheinland-Pfalz).
Die ersten Knochenfische (Telostei) mit vollständig verknöcherter Wirbelsäule existierten im Jura vor etwa 205 bis 135 Millionen Jahren.
Der schönste Haifund aus der frühen Jurazeit in Deutschland vor etwa 190 Millionen Jahren ist ein 1,55 Meter langes Exemplar der Art Hybodus hauffianus aus Holzmaden in Baden-Württemberg. Im Magen dieses Hais wurden die kalkigen Innenskelette (Rostren) von etwa 250 Belemniten – das sind ausgestorbene Tintenfische – entdeckt, die vielleicht den Tod dieses Raubfisches bewirkt haben. Die an einem Ende spitzen Rostren haben sich vermutlich durch die Magenwand gebohrt. Außerdem sind bei diesem Fund zangenartige Gebilde an den Bauchflossen des Hinterleibs sichtbar, die zum Festhalten des Weibchens bei der Kopulation dienten.
Die größten Schmelzschuppenfische Deutschlands aus der Jurazeit vor etwa 150 Millionen Jahren wurden in Meeresablagerungen der Gegend von Solnhofen in Bayern entdeckt. www.solnhofen.de.vu Sie waren bis zu 2,50 Meter lang und werden Lepidotes maximus genannt. Zu ihrer Nahrung gehörten hartschalige Muscheln und Krebse, die sie mit ihren Pflasterzähnen knackten.
Die ältesten Aale kennt man aus der Kreidezeit vor etwa 135 bis 65 Millionen Jahren. Zu ihren gehört die Gattung Ureuchelys aus dem Libanon.
Die größten Süßwasser-Fische Deutschlands im Eozän vor etwa 45 Millionen Jahren waren die bis zu 80 Zentimeter langen Schlammfische (Amia kehreri) und Knochenhechte (Atractosteus strausi). Reste von Schlammfischen sind aus der Grube Messel bei Darmstadt in Hessen und aus dem Geiseltal bei Halle/Saale in Sachsen-Anhalt bekannt. Fossilien von Knochenhechten fand man in Messel, im Geiseltal und bei Eckfeld in der Eifel (Rheinland-Pfalz). Die Schlammfische und Knochenhechte sind Raubfische gewesen, die kleinere Fische fraßen. Der Schlammfisch wird auch Kahlhecht und der Knochenhecht auch Krokodilhecht genannt. In Frankreich gab es sogar 2,60 Meter lange Schlammfische der Gattung Amia.
Der älteste Fund eines kompletten Süßwasseraals der Gattung Anguilla stammt aus der Grube Messel. Er ist etwa 45 Millionen Jahre alt und 63 Zentimeter lang. Der Fund wird im Naturhistorischen Museum Mainz aufbewahrt.
Der größte Hai Deutschlands im Oligozän vor etwa 35 bis 30 Millionen Jahren jagte im Mainzer Becken größere Fische und Seekühe. Er heißt Procarcharodon, war vermutlich bis zu 10 Meter lang und trug bis zu 8 Zentimeter lange dolch-artige Zähne. Insgesamt besaß er mehr als 160 Zähne. Der weitläufig mit dem Weißen Hai verwandte Raubfisch war damals das größte Lebewesen in der etwa 300 Kilometer langen und maximal 40 Kilometer breiten Meeresstraße, welche das Nordmeer in Norddeutschland mit dem Meer im heutigen Alpenvorraum verband.
Wiesbaden (welt-des-wissens) - Schleimig und ätzend. So kennen wir das Monster aus dem All von der Leinwand. Amerikanischen Wissenschaftlern ist es jetzt gelungen, eine solche exotische Lebensform sogar auf der Erde nachzuweisen.
In Kalifornien gibt es in der Nähe der Stadt Redding eine ehemalige Eisenmine, „Iron Mountain“ genannt, die heute nur noch von touristischem Interesse ist. Zu den wenigen professionellen Besuchern, die sich für die alte Mine interessieren, gehört die Biologin Dr. Katrina J. Edwards vom Woods Hole Oceanographic Institute (WHOI) in Woods Hole/Massachusetts. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Wisconsin untersuchte sie vor einigen Jahren die stark sauren und ätzenden Grubengewässer von „Iron Mountain“ nach Nucleinsäuren. Dabei stieß sie auf Ferroplasma acidarmanus und stellte zur Überraschung fest, dass der Organismus unter den extrem sauren Bedingungen nicht nur überlebt, sondern obendrein wächst und gedeiht. Aber nicht nur das: Ferroplasma acidarmanus macht sogar den überwältigenden Hauptanteil aller Lebensformen aus, die tief im Innern der unwirtlichen Iron Mountain Mine gefunden wurden, erklärt Katrina J. Edwards.
Die Wissenschaftlerin und ihre Kollegen haben in den vergangenen zwei Jahren regelmäßig Proben vom Minenwasser genommen. Aus ihnen konnten sie die vorherrschende Spezies isolieren und heranziehen, um ihre Lebensweise zu untersuchen. Sie beobachteten, dass die optimalen Bedingungen bei einem pH von 1,2 gegeben waren, die Mikroben aber auch bei pH-Werten von 0 bis 2,5 überlebten. Die meisten aus der Mine isolierten Arten gedeihen prächtig bei pH 2,5 und vertragen Bedingungen von pH 1 bis 4. Auch schon andere Wissenschaftler entdeckten Mikroorganismen, die in hochsauerer Umgebung lebten wie etwa in Anlagen zur Erzlaugung. Aber Edwards und ihre Mitarbeiter fanden die Extremophilen als erste an naturnahen Standorten.
Ein wenig erinnert Ferroplasma acidarmanus an den Science-Fiction-Thriller „Alien“. So handelt es sich bei dem Organismus – ganz ähnlich wie bei dem „Schrecken aus dem All“ – nicht nur um eine ausgesprochen acidophile sondern zugleich glibbrige Angelegenheit. So bildet Ferroplasma acidarmanus an Pyrit- und Eisenschichten schleimige Sedimentablagerungen. Es bezieht seine Stoffwechselenergie aus der wässrigen, oxidativen Auflösung von Metallsulfiden bei Anwesenheit von dreiwertigem Eisen zu zweiwertigem Eisen unter Bildung von Schwefelsäure. Daraus entsteht das angeblich säurehaltigste Grundwasser, das jemals gemessen wurde.
Die Widerstandsfähigkeit des Bakteriums ist umso ungewöhnlicher, wenn man seinen Aufbau betrachtet. Statt von einer Zellwand geschützt zu werden, wie die meisten Mikroorganismen, ist Ferroplasma acidarmanus nur von einer Zellmembran umgeben – was ein schwacher Schutz gegen die Schwefelsäure und die großen Mengen an Kupfer, Arsen, Cadmium und Zink zu sein scheint, die sich im Minenwasser befinden. Diese Tatsache gibt weitere Rätsel auf, weil bereits der bloße Kontakt mit einem Medium, das einen pH-Wert um Null aufweist, normalerweise zum sofortigen Zelltod führt.
Als mögliche Erklärung gilt die Koloniebildung als Biofilm mit deren gallertartiger Hüllstruktur. Die Aufklärung dieser besonderen Strukturen mit einer hohen Säure-Beständigkeit steht aber noch aus. Tatsache ist aber, dass ihn seine Zellmembran in einer Umgebung, die andere Organismen kaum überleben würden, effektiv schützt. Ähnlich verblüffend ist auch, dass der hohe Säuregrad anscheinend sogar nötig ist, um die Zellmembran intakt zu halten.
Erwachte der Organismus aus einem Millionenjährigen Dornröschenschlaf?
Die Entdeckung der ungewöhnlichen Archaenart lässt vermuten, dass noch bizarrere Mikroorganismen existieren könnten, eventuell auch Species, die sogar negative pH-Werte überleben. „Wenn man weitersucht, wird man auch welche finden“, spekuliert der Geochemiker Tullis Onstott von der Princeton University.
Die Entdeckung von Ferroplasma acidarmanus wirft auch die interessante Frage auf, wie es bis heute überhaupt existieren konnte. Schließlich beginnt die Oxidation von Eisen in der Geochemie der Erde schon sehr früh, vor mehr als 560 Millionen Jahren. Die Eisenablagerungen in Iron Mountain, wie auch in anderen Erzlagerstätten, sind vielen Verschiebungen in der Erdkruste ausgesetzt gewesen und häufig in tiefere Schichten mit hohen Temperaturen und Drücken verschoben worden. Eine mögliche Erklärung ist die Ausbildung von Dauersporen, die „schlafend“ über unvorstellbar lange Zeiträume lebensfähig blieben. Was sie im Iron Mountain wieder zum Leben erweckte, ist ebenfalls unbekannt.
Quelle: Rolf Froböse, „Wenn Frösche vom Himmel fallen – die verrücktesten Naturphänomene“. (Wiley-VCH, 2007). Ab 18. Mai 2007 im Handel. http://www.amazon.de/Fr%C3%B6sche-Himmel-fallen-verr%C3%BCcktesten-Naturph%C3%A4nomene/dp/3527316590/ref=pd_ecc_rvi_1/303-6277874-5256224?ie=UTF8&qid=1174049015&sr=1-5
Arnulf Stapf, der Gründer des Paläontologischen Museums Nierstein, vor dem "weißen Hai" Fotos: Dr. Klaus Naumburg
Von Ernst Probst
Nierstein am Rhein (welt-des-wissens) - Ein riesiger, männlicher "weißer Hai" der Art Orthacanthus senckenbergianus aus der frühen Permzeit vor etwa 280 Millionen Jahren ist eine der Attraktionen des Paläontologischen Museums Nierstein unweit von Mainz. Ungewöhnlich wirkt nicht nur die Größe von 2,10 Meter dieses eindrucksvollen Fisches aus Heimkirchen am Donnersberg in der Pfalz, sondern auch seine weiße Farbe, die er der Erhitzung durch im Erdinnern aufsteigende Lava verdankt.
Normalerweise sind fossile Fische aus der frühen Permzeit schwarz auf dem Gestein aus jenem Zeitabschnitt überliefert, was dem übriggebliebenen Kohlenstoff zuzuschreiben ist. Doch wenn das Gestein mit einem Fossil - sei es ein Krebs, ein Fisch oder ein Amphibium (Saurier) - durch unterirdische Lava erhitzt wird, verbrennt der Kohlenstoff und lässt nur weiße Asche übrig.
Mit dem gefürchteten "Weißen Hai" Carcharodon, der in reißerischen Kinofilmen Menschen angreift und tötet, hat der "weiße Hai" Orthacanthus im Paläontologischen Museum Nierstein also nichts zu tun. Im Gegensatz zum blutrünstigen Carcharodon lebte Orthacanthus nicht im Meer im Salzwasser, sondern im Süßwasser. Man rechnet ihn zu den Süßwasserhaien (Xenacanthiformes oder Xenacanthiden).
Der maximal 3 Meter lange Süßwasserhai Orthacanthus war ein Raubfisch, der in Bodennähe von Gewässern auf Fische lauerte. Er konnte schnell schwimmen und fraß - wie versteinerte Kotballen beweisen - vor allem die zu den Panzerfischen (Placodermen) gehörenden zahnlosen "Stachelhaie" (Acanthodier) der Gattung Acanthodes, die sich von Plankton ernährten, und Schmelzschuppenfische (Palaeonisciden) der Gattung Paramblypterus.
Meistens findet man von Orthacanthus keine komplett erhaltenen Exemplare, sondern nur isolierte Zähne und die bis zu 10 Zentimeter langen Nackenstachel mit Zacken, schrieb der Paläontologe Hartmut Haubold aus Halle/Saale in dem Buch "Die Lebewelt des Rotliegenden". Von den Wurzeln der Zähne gehen unterschiedliche Spitzen und Höcker aus. Wegen seiner langen und spitz zulaufenden Rückenflosse ähnelt Orthacanthus heutigen Moränen.
Die Art Orthacanthus (Lebachacanthus) senckenbergianus wurde bereits 1889 von dem tschechischen Zoologen und Paläontologen Anton Fritsch bzw. Antonin Fric (1832-1913) anhand eines Fundes aus Lebach im Saarland in der Publikation "Fauna der Gaskohle und der Kalksteine der Permformation Böhmens" (Band 2, S. 109-112) beschrieben. Der Fund, nach dem diese Art beschrieben ist, wird unter der Nummer SMF P 343 im Senckenberg-Museum in Frankfurt am Main aufbewahrt.
Man rechnet die Gattung Orthacanthus (Einhornhai) der Klasse Chondrichthyes (Knorpelfische), Überordnung Euselachii (primitive Haie) und Familie Xenacanthiformes (Süßwasserhaie) zu. Orthacanthus ist aus der Karbonzeit und Permzeit nachgewiesen. Funde gelangen in Europa und Nordamerika.
In Mitteleuropa wird die frühe Permzeit wegen der teilweise auffällig rotgefärbten Gesteine aus diesem Zeitabschnitt auch Rotliegendzeit genannt. Ablagerungen aus dieser Zeit treten beispielsweise auf der linken Rheinseite bei Nierstein und Nackenheim unweit von Mainz und örtlich im Saar-Nahe-Gebiet besonders deutlich zutage.
Während der Rotliegendzeit war innerhalb der sich quer durch Deutschland ziehenden Saar-Saale-Senke gebietsweise der Boden heiß und lebensfeindlich. Dort drangen aus bis zu 60 Kilometer Tiefe der Erdkruste gewaltige Lavamengen empor. Überreste dieser alten Vulkane sind vor allem im Umkreis von Baumholder, Bad Kreuznach, in der Pfalz, im Thüringer Wald und bei Halle/Saale in Sachsen-Anhalt zu finden.
Die Seen in der Pfalz, in denen der Süßwasserhai Orthacanthus in der frühen Permzeit lebte, lagen im damaligen tropischen Gürtel auf 10 Grad bis 20 Grad nördlicher Breite. Das heißt: Analog zu heutigen tropischen Seen herrschte in den oberen Wasserschichten eine Temperatur von ständig mehr als 20 Grad Celsius mit nur sehr geringfügigen Schwankungen.
Der Fundort Heimkirchen am Donnersberg in der Pfalz, an dem der heute im Niersteiner Paläontologischen Museum aufbewahrte Süßwasserhai geborgen wurde, ist schon seit langem bekannt. Von dort beschrieb 1847 der Bonner Geologe Georg August Goldfuß (1782-1848) den riesigen räuberischen Urlurch Sclerocephalus haeuseri ("Hartschädel"), der bis zu 2 Meter Länge erreichte.
An den einstigen Fundstellen des Süßwasserhaies Orthacanthus in Rheinland-Pfalz sind seit 1986 private Grabungen nach Fossilien gesetzlich verboten. Seitdem gibt es von dort keine Neufunde privater Sammler mehr.
Der Süßwasserhai Orthacanthus aus dem Paläontologischen Museum Nierstein wurde vor längerer Zeit von dem Fossiliensammler Manfred Raisch aus Kaiserslautern in Heimkirchen entdeckt und geborgen. Er überließ vor einigen Jahren seinen seltenen Fund dem Museum, dem er sich freundschaftlich verbunden fühlt.
Das Paläontologische Museum Nierstein ist das Lebenswerk des verdienstvollen Hobbypaläontologen Arnulf Stapf aus Nierstein am Rhein, der sich schon als Neunjähriger für das Fossiliensammeln begeisterte und später von seinem Sohn Harald tatkräftig unterstützt wurde. Die beiden haben mit Unterstützung des Fördervereins "Freunde des Paläontologischen Museums Nierstein e. V" eine Schausammlung aufgebaut, die weit und breit ihresgleichen sucht.
Kaum ein Museum in Deutschland dürfte eine so umfangreiche und eindrucksvolle Sammlung von Pflanzen, Insekten, Fischen und Amphibien (Sauriern) aus der frühen Permzeit zeigen wie das Paläontologische Museum Nierstein. Die Schau, in der auch viele andere Fossilien aus verschiedenen Perioden der Erdgeschichte zu bewundern sind, ist jeden Sonntag von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Vater Arnulf Stapf oder Sohn Harald fungieren abwechselnd als sachkundige Museumsführer.
Harald Stapf hat die Steinplatte mit dem monströsen Süßwasserhai Orthacanthus senckenbergianus aus Heimkirchen aus 20 Einzelteilen zusammengeklebt. Für dieses "Hai-Puzzle" benötigte er unendlich viel Geduld und insgesamt mehr als 250 Arbeitsstunden, um das Fossil von dem aufliegenden Sediment zu befreien.
Am 10. September 2005 wurde die rund 300 Kilogramm schwere Steinplatte mit dem Süßwasserhai aus dem Präparationssaal im Erdgeschoss des alten Niersteiner Rathauses, in dessen erstem Stock sich das Paläontologische Museum Nierstein befindet, in die Ausstellung transportiert. Viele Freunde, Förderer und Firmen betätigten sich dabei als wertvolle Helfer.
Die riesige Steinplatte mit dem Süßwasserhai überstand den gefahrvollen Transport ohne jeglichen Schaden. Der imposante Raubfisch zieht künftig jeden Sonntag in Nachbarschaft von räuberischen Urlurchen der Gattung Sclerocephalus die Besucher des Museums in ihren Bann.
Wiesbaden (welt-des-wissens) - Der größte Hai Deutschlands im Oligozän vor etwa 35 bis 30 Millionen Jahren jagte im Mainzer Becken größere Fische und Seekühe. Er heißt Procarcharodon, war vermutlich bis zu 10 Meter lang und trug bis zu 8 Zentimeter lange dolch-artige Zähne. Insgesamt besaß er mehr als 160 Zähne. Der weitläufig mit dem Weißen Hai verwandte Raubfisch war damals das größte Lebewesen in der etwa 300 Kilometer langen und maximal 40 Kilometer breiten Meeresstraße, welche das Nordmeer in Norddeutschland mit dem Meer im heutigen Alpenvorraum verband. Nachzulesen ist dies in dem inzwischen vergriffenen Taschenbuch "Rekorde der Urzeit" des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst.
Berkeley / Wiesbaden (welt-des-wissens) - Die bisher älteste bekannte menschliche Kultur in Nordamerika, die nach der Stadt Clovis im US-Bundesstaat New Mexico benannte Clovis-Kultur, ist vielleicht nach einem Kometeneinschlag vor etwa 13.000 Jahren ausgestorben. Dies schließen amerikanische Wissenschaftler aus Sedimentuntersuchungen in Nordamerika und Belgien. Nach ihrer Ansicht raste der Komet damals in die Erdatmosphäre, zerbrach in mehrere Teile und explodierte in großen Feuerkugeln, wobei Bruchteile wahrscheinlich bis nach Europa gelangten. Der Einschlag löste angeblich riesige Brände in ganz Nordamerika aus, die ein abruptes Ende der Clovis-Kultur bewirkten.
Richard Firestone vom Lawrence Berkeley National Laboratory in Berkeley und seine Kollegen entdeckten in ehemaligen Siedlungen der Clovis-Kultur und an anderen Lokalitäten in Nordamerika und Belgien eine kohlenstoffreiche Sedimentschicht, die mehrere Arten von außerirdischen Gesteinen enthält. Die Wissenschaftler fanden unter anderem winzige Diamanten, die bisher auf der Erde lediglich in Meteoriten gefunden wurden, kleine Kohlenstoffkügelchen, die durch schnelle Abkühlung in der Luft entstehen, und das auf der Erde sehr seltene Helium-3-Isotop. Da die Sedimentschicht keine für Asteroiden typische hohen Nickel- noch Iridiumkonzentrationen enthält, vermuten die Wissenschaftler einen Kometen als Ursprung der Ablagerungen.
Wenn sich die Theorie von Firestone und seinen Kollegen bewahrheiten sollte, könnte sie den abrupten Klimawandel auf der Nordhalbkugel gegen Ende des Eiszeitalters vor etwa 10.000 Jahren erklären. Der Kometeneinschlag könnte den mächtigen Eisschild destabilisiert und damit die als Jüngere Dryas bekannte Kälteperiode ausgelöst haben. Außerdem verursachten die Explosionen nach Ansicht der Wissenschaftler riesige Waldbrände, welche die Clovis-Kultur und einige Säugetierarten auslöschten.
Viele Wissenschaftler stehen der aufsehenerregenden Theorie skeptisch gegenüber. Der amerikanische Paläontologe Paul Koch beispielsweise ist einerseits fasziniert von den neuen Beweisen für einen Kometeneinschlag, andererseits glaubt er aber nicht an die über den ganzen Kontinent verbreiteten Feuer.
Am namengebenden Fundort Clovis wurden 1937 erstmals so genannte Clovis-Spitzen geborgen, die als typisch für die Clovis-Kultur gelten. Dabei handelt es sich um fein gerillte Speerspitzen bis zu 20 Zentimeter Länge. Die beidseitig zurechtgehauenen Clovis-Spitzen eigneten sich sowohl zum Jagen als auch zum Zerteilen von Beutetieren. Clovis-Spitzen sind nur etwa halb so groß wie die Speerspitzen der gleichzeitig in Europa bestehenden Solutréen-Kultur, die nach einem französischen Fundort benannt ist.
Wiesbaden (welt-des-news) – Uralte Saurier von Fundstellen in Rheinland-Pfalz, an denen seit langem keine Fossilien mehr geborgen werden dürfen, sind im „Antiquitäten-Shop & Fossilien-Shop“ erhältlich. Unter der Internetadresse http://antiquitaeten-shop.net werden räuberische Saurier angeboten, die in der frühen Permzeit vor rund 290 Millionen Jahren in Süßwasserseen lebten.
Als fossile Raritäten im „Antiquitäten-Shop & Fossilien-Shop“ gelten Jungtiere des einst bis zu 2 Meter Länge erreichenden Sauriers Sclerocephalus (zu deutsch: „Hartschädel“) von den berühmten Fundstellen Odernheim am Glan und Niedernhausen in Rheinland-Pfalz. Vor diesem Monster mit maskenhaft wirkendem Schädeldach und vielen spitzen Zähnen mussten sich kleinere Saurier und Fische hüten.
Wesentlich kleiner als Sclerocephalus sind die nur fingerlangen Branchiosaurier („Kiemensaurier“) Apateon aus der frühen Permzeit, die wegen ihrer teilweise auffällig rötlich gefärbten Gesteine auch als Rotliegendzeit bezeichnet wird. Bei Branchiosauriern blieben in seltenen Fällen die seitlichen Kiemenbündel, denen sie ihren Namen verdanken, erhalten. An Branchiosauriern sind oft Zähne, Wirbelsäule, Beine, Zehen, Schwanz und Hautschatten erkennbar.
In Rheinland-Pfalz ist seit 1986 das Suchen und Bergen von Fossilien verboten. Aus diesem Grund kommen aus diesem Bundesland keine Neufunde von Sauriern mehr in den Fossilienhandel, sondern nur noch so genannte Altfunde. Letztere stammen meistens aus alten Privatsammlungen, deren Besitzer oder Erben sich von den Fossilien aus unterschiedlichen Gründen trennen.
Sclerocephalus und Apateon existierten rund 60 Millionen Jahre vor den ersten Dinosauriern. Zu Lebzeiten von Sclerocephalus und Apateon war es in Deutschland wärmer als heute. Europa lag zu Beginn der Permzeit vor rund 290 Millionen Jahren in Nähe des Äquators, wanderte dann aber nordwärts. Gebietsweise drangen in Deutschland aus bis 60 Kilometer Tiefe der Erdkruste gewaltige Lavamengen empor.
Wenn fossile Saurier aus der frühen Permzeit eine ungewöhnliche weiße Farbe besitzen, dann stammt diese von der Erhitzung durch aufsteigende Lava. Normalerweise sind fossile Tiere schwarz auf dem Gestein aus jenem Zeitabschnitt überliefert, was dem übriggebliebenen Kohlenstoff zuzuschreiben ist. Doch wenn das Gestein mit einem Fossil durch unterirdische Lava erhitzt wird, verbrennt der Kohlenstoff und lässt nur weiße Asche übrig.
Der erwähnte Videoclip über „Nessie“ wurde auf der Videoplattform „Youtube“ innerhalb weniger Wochen weltweit mehr als 20.000 Mal angesehen. In der Beschreibung des Clips unter der Adresse http://www.youtube.com/watch?v=vnmbHd6ewVo heißt es:
„Kein anderes Monster beschäftigt die Fantasie der Menschen mehr als "Nessie", das legendäre Ungeheuer aus dem schottischen Bergsee Loch Ness. Seit der ersten bekannten Sichtung im Jahre 565 durch den heiligen Columban bis heute wollen mehr als 10.000 angebliche "Augenzeugen" das Untier gesehen haben. Ihre Schilderungen stimmten nicht überein und ihre Fotos sind oft unscharf. Mit dem schottischen Weltwunder befasst sich die CD-ROM "Nessie. Das Monsterbuch" des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst, der selbst nicht an die Existenz von Ungeheuern auf der Erde glaubt.“
Seit kurzem ist der komplette Inhalt des Buches bzw. der CD-ROM „Nessie. Das Monsterbuch“ auf der Dokumenteplattforum „Scribd“ http://www.scribd.com und im Weblog "Kostenlos lesen" http://kostenlos-lesen.blogspot.com/2007/04/nessie-das-monsterbuch.html im PDF-Format zu lesen und sogar ausdruckbar. Dieses rund 200 Seiten umfassende PDF-Buch mit zahlreichen Abbildungen wird auch im Weblog „dinosaurier-news“ http://dinosaurier-news.blog.de präsentiert, das über Dinosaurier, Meeressaurier, Flugsaurier und andere Saurier in Wort und Bild sowie oft auch mit Ton (Dinosaurierstimmen) und Videoclips informiert.
Die Wüstenspringmaus (Dipus aegyptius) (Heute: Jaculus jaculus) verbreitet sich über den größten Theil Nordostafrikas sowie das angrenzende westliche Asien und kommt nach Süden hin bis Mittelnubien vor, woselbst der Verbreitungskreis einer andern ähnlichen Art beginnt. Offene, trockene Ebenen, Streppen und Sandwüsten sind ihre Wohnplätze: sie bevölkert die dürrsten und ödesten Landschaften und bewohnt Orte, welche kaum die Möglichkeit zum Leben zu bieten scheinen. Auf jenen traurigen Flächen, welche mit dem scharfschneidigen Riedgrase, der Halfa (Poa cynosuroides) bedeckt sind, findet man sie zuweilen in größeren Gesellschaften. Sie theilt diese Orte mit dem Wüstenhuhne, der kleinen Wüstenlerche und dem isabellfarbenen Läufer, und man begreift kaum, daß auch sie dort Nahrung finden, wo jene, welche neben dem Gesäme doch auch viele Kerbthiere fressen, sich nur dürftig ernähren. In dem harten Kiesboden gräbt sie sich viel verzweigte, aber ziemlich seichte Gänge, in welche sie sich bei der geringsten Gefahr zurückzieht. Nach den Versicherungen der Araber arbeitet der ganze Trupp an diesen unterirdischen Wohnungen. Die Thiere graben mit den scharfen Nägeln ihrer Vorderfüße und benutzen wohl auch die Nagezähne, wenn es gilt, den harten Kiesboden zu durchbrechen.
Wohl darf man sagen, daß es schwerlich ein anmuthigeres Geschöpf geben kann als diese Springmäuse. So sonderbar und scheinbar mißgestaltet sie aussehen, wenn man sie todt in der Hand hat oder regungslos sitzen sieht, so zierlich nehmen sie sich aus, wenn sie in Bewegung kommen. Erst dann zeigen sie sich als echte Kinder der Wüste, lassen sie ihre herrlichen Fähigkeiten erkennen. Ihre Bewegungen erfolgen mit einer Schnelligkeit, welche geradezu ans unglaubliche grenzt: sie scheinen zu Vögeln zu werden. Bei ruhigem Gange setzen sie ein Bein vor das andere und laufen sehr rasch dahin, bei großer Eile jagen sie in Sprungschritten davon, welche sie so schnell fördern, daß ihre Bewegung dann dem Fluge eines Vogels gleicht; denn ein Sprung folgt so rasch auf den anderen, daß man kaum den neuen Ansatz wahrnimmt. Dabei tragen die Springmäuse ihren Leib weniger nach vorn übergebeugt als sonst, die Hände mit den Krallen gegeneinander gelegt und nach vorn gestreckt, den Schwanz aber zur Erhaltung des Gleichgewichts gerade nach hinten gerichtet. Wenn man das Thier aus einiger Entfernung laufen sieht, glaubt man einen pfeilartig durch die Luft schießenden Gegenstand zu gewahren.
Fühlt sich die Springmaus ungestört und sicher, so sitzt sie aufrecht auf dem Hintertheile wie ein Känguru, oft auf den Schwanz gestützt, die Vorderpfoten an die Brust gelegt, ganz wie Springbeutelthiere es auch zu thun pflegen. Sie weidet in ähnlicher Weise wie Kängurus: doch gräbt sie mehr als diese nach Knollen und Wurzeln, welche wohl ihre Hauptnahrung zu bilden scheinen. Außerdem verzehrt sie mancherlei Blätter, Früchte und Samen, ja sie soll selbst Aas angehen oder wenigstens den Kerbthieren gierig nachstellen.
Die Araber erzählten mir, sie baue sich in einem tieferen Kessel ihrer Höhle ein Nest, kleide dasselbe wie Kaninchen mit Haaren ihres Unterleibes aus, und darin finde man zwei bis vier Junge: Sie stellen ihm, weil sie das Fleisch genießen und ziemlich hochschätzen, eifrig nach und fangen es ohne sonderliche Mühe lebendig oder erschlagen es beim Herauskommen aus den Bauen. Ihre Jagdweise ist sehr einfach. Sie begeben sich mit einem langen und starken Stocke nach einer Ansiedelung der Springmäuse, verstopfen den größten Theil der Röhren und graben nun einen Gang nach dem andern auf, indem sie ihren starken Stock in den Gang stecken und dessen Decke aufbrechen. Die geängstigten Wüstenmäuse drängen sich nach dem innersten Kessel zurück oder fahren durch eine Fluchtröhre nach außen und dann in ein vorgestelltes Netz oder selbst einfach in den Aermel des Obergewandes, welches der Araber vorgelegt hat. So können zuweilen zehn bis zwanzig Stück auf ein Mal gefangen werden; wenigstens macht es gar keine Mühe, eine solche Anzahl lebend zu erhalten: jagdkundige Araber bringen auf Verlangen so viele Springmäuse, als man haben will.
Jede Springmaus schläft den ganzen Tag, vom frühen Morgen an bis zum späten Abend, kommt, wenn man sie nicht stört, auch nicht einen Augenblick aus ihrem Neste hervor, sondern schläft gute zwölf Stunden in einem Zuge fort. Aber auch während der Nacht ruht sie noch mehrere Male halbe Stündchen aus. Wenn man sie bei Tage aus dem Neste nimmt, zeigt sie sich sehr schläfrig, fällt in der Hand hin und her und kann sich längere Zeit nicht ermuntern. Ihre Stellung beim Schlafen ist eigenthümlich. Gewöhnlich sitzt sie im Neste auf den ziemlich eng zusammengestellten Fersen so, daß die weiter auseinander stehenden Fußspitzen in der Luft schweben. Den Kopf biegt sie ganz herab, sodaß die Stirn unten auf dem Boden ruht und die Schnauze an den Unterleib angedrückt wird. Der Schwanz liegt in großem Bogen über die Fußspitzen weg. So gleicht das Thier einem Balle, über dessen Oberfläche bloß die übermäßig langen Beine hervorragen. Manchmal legt sich die Springmaus aber auch auf die Seite oder selbst auf den Rücken und streckt dann die Beine sonderbar nach oben; immer aber bleibt sie in dieser zusammengerollten Stellung. Die Ohren werden beim Schlafen dicht an den Kopf gedrückt und an ihrer Spitze theilweise eingerollt, sodaß sie faltig, gleichsam wie zerknittert aussehen. Bewegungslos liegt das Thier in dem warmen Nestchen, bis der Abend ordentlich hereingebrochen. Nunmehr macht sich ein leises Rascheln und Rühren im Neste bemerklich. Die Langschläferin putzt sich, glättet die Ohren, läßt einen leisen, wie schwacher Husten klingenden Ton vernehmen, springt plötzlich mit einem einzigen Satze durch die Nestöffnung hervor und beginnt nun ihr eigenthümliches Nachtleben. Das erste Geschäft, welches sie jetzt besorgt, ist das Putzen. In der Reinlichkeit übertrifft die Springmaus kein anderer Nager. Fast alle ihre freie Zeit wird verwandt, um das seidenweiche Fell in Ordnung zu halten. Härchen für Härchen wird durchgekämmt und durchgeleckt, jeder Theil des Körpers, selbst der Schwanz, gehörig besorgt. Einen wesentlichen Dienst leistet ihr dabei feiner Sand. Dieser ist ihr überhaupt ganz unentbehrlich; sie wälzt sich mit förmlicher Wollust in ihm herum, kratzt und wühlt in ihm und kann sich gar nicht von ihm trennen. Beim Putzen nimmt sie die verschiedensten Stellungen an. Gewöhnlich sitzt sie nur auf den Zehenspitzen und gewissermaßen auf dem Schwanze. Sie hebt die Fersen etwa 4 Centim. vom Boden auf, bildet mit dem Schwanze einen großen Bogen und stemmt ihn, mit dem letzten Viertel etwa, auf den Boden auf, trägt den Leib vorn nur ein wenig erhöht und legt die Hände mit den Handflächen gegeneinander, daß die Fingerspitzen oder besser die Krallen sich berühren. Dabei hält sie diese kurzen, stummelartigen Glieder gerade nach vorn gestreckt, so daß sie auf den ersten Blick hin als Zubehör zu ihrem Maule erscheinen. Wenn sie sich aber putzt, weiß sie die zierlichen Gliedmaßen vortrefflich zu gebrauchen. Ehe sie an das Glätten des Felles geht, scharrt und wühlt sie sich eine passende Vertiefung im Sande aus. Zu diesem Ende biegt sie sich vorn hernieder und schiebt nun mit vorgestreckten, auseinander gehaltenen Händen und der rüsselartigen Schnauze den Sand, oft große Mengen auf einmal, nach vorn, und scharrt ihn da, wo er sich nicht schieben läßt, durch rasche Bewegungen der Hände los. So geht es fort, bis sie endlich ihr Lager sich zurecht gemacht hat. Jetzt legt sie zuerst den Kopf in die entstandene Vertiefung und schiebt ihn, vorwärts sich streckend, auf dem Sande dahin, dem obern Theil sowohl als den untern, die rechte wie die linke Seite, jedenfalls in der Absicht, das Fell zu glätten. Nachdem dies besorgt ist, wirft sie sich plötzlich der ganzen Länge nach in die Mulde und streckt und dehnt sich äußerst behaglich, die langen Springbeine bald gerade nach hinten, bald senkrecht vom Leibe ab oder endlich gerade nach vorne und zuletzt so ausstreckend, daß die Läufe hart an die Schnauze zu liegen kommen. Wenn sie sich in dieser Lage ordentlich eingewühlt hat, bleibt sie oft mehrere Minuten lang ruhig und zufrieden liegen, schließt die Augen halb, legt die Ohren an und streicht sich nur dann und wann einmal, als wolle sie sich dehnen, mit einem der kleinen Pfötchen über das Gesicht.
Der ruhige Gang des Thieres ist ein schneller Schritt. Die Beine werden beim Gehen am Fersengelenk gerade ausgestreckt und so gestellt, daß sie unter das dritte Fünftel oder unter die Hälfte des vorn etwas erhobenen Leibes, welcher durch den Schwanz im Gleichgewichte gehalten wird, zu stehen kommen. Nun setzt die Springmaus in rascher Folge ein Bein um das andere vor. Die Vorderhände werden, in der gewöhnlichen Weise zusammengelegt, unter dem Kinne getragen. Da sich die gefangene Springmaus an den Menschen gewöhnt, macht sie nur höchst selten einen größeren Sprung, hauptsächlich dann, wenn es gilt, ein Hindernis zu überwinden, z. B. über ein großes ihr vorgehaltenes Buch zu springen. Dabei schwingt sie sich ohne den geringsten Ansatz durch bloßes Aufschnellen ihrer Hinterbeine fußhoch und noch mehr empor. Als ich eine bei ihren Nachtwandelungen durch eine plötzliche Bewegung erschreckte, sprang sie senkrecht über einen Meter in die Höhe. Wenn man sie auf den Tisch setzt, läuft sie rastlos umher und sieht sorgsam prüfend in die Tiefe hinab, um sich die beste Stelle zum Herunterspringen auszuwählen. Kommt sie an die Kante, so stemmt sie sich mit ihren beiden Vorderarmen auf, sonst aber nie. Die Angabe, daß sie bei jedem Sprunge einen Augenblick auf die Vorderfüße niederfalle und sich dann schnell wieder aufrichte, ist falsch. Sie kommt, selbst wenn sie aus Höhen von einem Meter und mehr zu Boden springt, immer auf die Hinterfüße zu stehen, und läuft dann, ohne sich nur nach vorne zu bücken, so ruhig weiter, als habe sie bloß einen gewöhnlichen Schritt gemacht.
Beim Fressen setzt sie sich auf die ganzen Fußsohlen nieder, biegt aber den Leib vorn weit herab und nimmt nun die Nahrung mit einem raschen Griffe vom Boden auf. Aus einem Näpfchen mit Weizenkörnern holt sie sich in jeder Minute mehrere Körner. Sie verzehrt die erhobenen aber nicht ganz, sondern beißt bloß ein kleines Stückchen von ihnen ab und läßt sie dann wieder fallen. In einer Nacht nagt sie manchmal fünfzig bis hundert Körner an. Allerliebst sieht es aus, wenn man ihr eine Weinbeere oder ein Stückchen fein geschnittene Möhre, Apfel und dergleichen Früchte hingibt. Sie packt solche Nahrung sehr zierlich mit den Händen, dreht sie beständig hin und her und frißt sie auf, ohne sie fallen zu lassen.
Büttenstedt/Offleben / Wiesbaden (welt-des-wissens) – Liebhaber schöner fossiler Fische kommen in den Online-Shops http://www.ammonites.de und http://www.antiquitaeten-shop.net voll auf ihre Kosten. Dort werden zahlreiche sehr gut erhalten Fossilien von Fischen aus der Permzeit und der Jurazeit angeboten. Erstere lebten bis zu 60 Millionen Jahre vor den ersten Dinosauriern, letztere waren Zeitgenossen von Urvögeln, Flugsauriern und Dinosauriern.
Die Fische aus der Permzeit (etwa 290 bis 245 Millionen Jahre) stammen aus der frühen und späten Epoche dieser Periode der Erdgeschichte. Die frühe Epoche wird wegen der auffälligen rötlichen Farbe von Gesteinen aus jener Zeit auch als Rotliegendes bezeichnet, die späte als Zechstein. Unter den Fischen aus dem Perm befinden sich auch einige seltene Haie, die einst zusammen mit räuberischen Amphibien in Süßwasserseen existierten.
Bei den Fischen aus der Jurazeit (etwa 205 bis 130 Millionen Jahre) handelt es sich um Funde aus den Solnhofener Plattenkalken der Gegend von Solnhofen und Eichstätt in Bayern. Sie schwammen vor nahezu 150 Millionen Jahren in einem subtropischen Meer, das damals weite Teile von Süddeutschland bedeckte. Fossile Fische auf großen gelblichen Solnhofener Platten wirken besonders dekorativ und sind eine Zierde für jede Wohnung bzw. jedes Büro.
In den Online-Shops http://www.ammonites.de und http://www.antiquitaeten-shop.de sind auch zahlreiche fossile Saurier aus der frühen Permzeit erhältlich. Genauer gesagt sind es Jungtiere von räuberischen Amphibien, von denen die größten, nämlich Sclerocephalus bis zu 2 Meter lang wurden. Sehr reich ist das Angebot an fingerlangen Branchiosauriern (Kiemensaurier), an denen teilweise interessante Details – wie Zähne, Kiemen, Wirbelsäule, Beine, Finger, Schwanz, Hautschatten – zu erkennen sind.
Brüssel / Wiesbaden (welt-des-wissens) – Fans in aller Welt lieben die Comic-Helden „Tintin“ und „Mílou“ – in Deutschland besser bekannt als „Tim und Struppi“. Ihr „geistiger Vater“, der Belgier Georges Prospeer Rémi (1907-1983) mit dem Künstlernamen „Hergé“ wurde vor 100 Jahren am 22. Mai 1907 geboren.
Die Bildergeschichten über den rasenden Reporter „Tim“ und seinen Foxterrier „Struppi“ sind seit über 70 Jahren ein Welterfolg: Sie wurden in rund 60 Sprachen übersetzt und mehr als 200 Millionen Mal verkauft.
Der rundgesichtige „Tim“ mit blonder Haartolle heißt in Holland „Kuifje“, in Griechenland „Ten-Ten“, im Iran „Tainetaine“ und in Japan „Tan-Tan“, sein treuer Hund in Holland „Bobbie“, in England „Snowy“, in Dänemark „Terry“ und in Island „Tobbi“.
Der Künstlername „Hergé“ beruht auf der französischen Aussprache der umgedrehten Anfangsbuchstaben „RG“ von Georges Rémi. „Hergé“ ersann in 23 „Tintin“-Alben insgesamt 325 Personen, die alle einen Namen bekamen.
Neuerdings zeigt auch Hollywood für „Tim und Struppi“ starkes Interesse. Die Regisseure Steven Spielberg und Peter Jackson planen eine Serie von „Tintin“-Filmen. Der erste soll bis 2010 anlaufen. Fanny Rodwell, die Witwe von „Hergé“. Besteht darauf, dass „Tim“ auch auf der Kino-Leinwand unverheiratet und ohne Affären bleibt.
Kleinholzhausen (welt-des-wissens) - Einen interessanten Ausflug in die Urzeit der Erde ermöglicht das "Urweltmuseum Neiderhell" in Kleinholzhausen - inmitten einer der schönsten Ferienregionen Deutschlands, im oberbayerischen Inntal. Das sehenswerte Museum ist zu erreichen über die Autobahn A8 München-Salzburg Ausfahrt Bad Feilnbach. Von Bad Feilnbach fährt man in Richtung Brannenburg über Derndorf und Litzldorf. Etwa 1 Kilometer nach Litzldorf biegt man links nach Kleinholzhausen ein.
Im "Urweltmuseum Neiderhell" werden auf mehr als 460 Quadratmeter Ausstellungsfläche über 2.800 seltene und schöne Fossilien sowie Mineralien gezeigt. Zum Beispiel Pflanzen, Ammoniten, Belemniten, Fische, Krokodile, Saurier, Dinosaurier und Säugetiere.
Die Ausstellungsstücke stammen aus Fundorten innerhalb Deutschlands wie Sengental (Oberpfalz), Jeckenbach und Niederkirchen (Rheinland-Pfalz), Holzmaden, Ohmden, Balingen und Hechingen (Schwäbische Alb), Eichstätt, Solnhofen, Langenaltheim und Monheim (Altmühltal in Bayern), mehreren Fundorten in den Alpen sowie in Wyoming (Green River Formation), Brasilien, Mongolei, Rumänien und anderen Ländern. Besondere Attraktionen sind ein Hai aus der Permzeit und eine Paddelechse. Die meisten Ausstellungsstücke wurden selbst professsionell präpariert.
Das Sammeln von Fossilien ist seit Jahrzehnten eine Familientradition im Hause Neiderhell. Sebastian Neiderhell senior begann schon in den 1960-er Jahren damit, Fossilien zu suchen, zu bergen und zu präparieren. In den 1980-er Jahren begeisterte sich sein Sohn Sebastian Neiderhell junior für dieses Hobby.
Zum Jahrtausendwechsel beschloss die Familie Neiderhell, die gesammelten fossilen Schätze der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im August 1999 begann der Bau eines Urweltmuseums, das im Mai 2001 fertiggestellt und eröffnet wurde.
Das "Urweltmuseum Neiderhell" entstand unter dem Parkplatz des Landgasthofes Neiderhell. In mühevoller Handarbeit trug Sebastian Neiderhell junior die Pflasterung des Parkplatzes ab, damit die umfangreichen Erdarbeiten beginnen konnten. Nach einigen Problemen mit zu hohem Grundwasserspiegel, die dank der beteiligten Baufirmen sehr schnell gelöst wurden, konnten das massive Fundament und der Boden betoniert werden. Auch die Außenmauern und die Decke wurden zügig erstellt.
Um den Erfordernissen eines Parkplatzes zu genügen, der selbst von schwereren Bussen befahren werden kann, haben die Statiker und Eisenflechter eine wahre Meisterleistung vollbracht. Nach Abschluss der Rohbau- und Betonarbeiten übernahm Sebastian Neiderhell die Fertigstellung des Urweltmuseums.
Am 17. Mai 2001 öffnete das "Urweltmuseum Neiderhell" seine Pforten für die ersten Besucher/innen. Was dieses sehenswerte Museum alles zu bieten hat, verrät die Webseite mit der Internetadresse http://www.urweltmuseum.com in einem virtuellen Rundgang. Dort sind unter anderem Dinosaurierstimmen zu hören und können Dinosauriermotive per E-Mail als Grußkarten verschickt werden. Auch die Webseite ist immer einen Besuch wert!
Öffnungszeiten des "Urweltmuseums Neiderhell": Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 10–14 Uhr Samstag, Sonntag, Feiertag von 11–16 Uhr und nach Vereinbarung / Nachtführung Mittwoch geschlossen
Wiesbaden (welt-des-wissens) - Eine wahre Fundgrube von Rekorden aus dem Reich der Dinosaurier ist das inzwischen vergriffene Buch "Rekorde der Urzeit" (1992) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst:
Der kleinste Dinosaurier der Erde ist vermutlich der Raub-Dinosaurier Compsognathus longipes aus Deutschland (Jachenhausen bei Riedenburg in Bayern) und Frankreich (bei Nizza). Er lebte in der Oberen Jurazeit vor etwa 150 Millionen Jahren und war mit einer Gesamtlänge von etwa 65 Zentimetern nur so groß wie ein heutiges Haushuhn.
Der kleinste Dinosaurier, der je gefunden wurde, ist Mussaurus (Argentinien). Er hatte nur eine Länge von etwa 20 Zentimetern. Dabei handelt es sich jedoch nicht um die kleinste Art von Dinosauriern, sondern um ein Jungtier einer bisher unbekannten Gattung der Vor-Echsenfüßer.
Die größten Dinosaurier könnten Argentinosaurus (Argentinien) und Supersaurus (USA) mit Längen von über 40 Metern gewesen sein. Da diese Funde nur aus wenigen Fragmenten bestehen, handelt es sich bei den Längenangaben um reine Schätzwerte. Im Januar 2000 wurden in Südpatagonien (Argentinien) Wirbel- und Oberschenkelknochen eines Sauropoden gefunden, dessen Länge man auf über 50 Meter schätzt(!).
Die geologisch ältesten Dinosaurier sind die 228 Millionen Jahre alten Raub-Dinosaurier Herrerasaurus und Eoraptor (Argentinien). Allerdings fand man 1999 in Madagaska die Überreste von etwa 225 bis 230 Millionen Jahre alten, noch unbenannten Vor-Echsenfüßern (Prosauropoden). Möglicherweise sind dies die ältesten Dinosaurierfunde.
Als größte Raub-Dinosaurier gelten Tyrannosaurus und Giganotosaurus (Argentinien), die beide bis zu etwa 15 Meter lang wurden.
Der größte Panzer-Dinosaurier ist Ankylosaurus (USA) mit einer Länge von bis zu etwa 10 Metern.
Der größte Horn-Dinosaurier ist Triceratops (USA), der bis zu etwa 9 Meter lang wurde. Sein Gewicht schätzte man auf beachtliche 8 bis 10 Tonnen.
Das größte in einem Museum ausgestellte Dinosaurierskelett steht im Naturkunde-Museum der Humboldt-Universität Berlin. Es stammt von einem etwa 12 Meter hohen Dinosaurier der Gattung Brachiosaurus. Das Lebendgewicht des Brachiosaurus schätzt man auf ca. 80 Tonnen.
Der größte in Deutschland nachgewiesene Dinosaurier war eine „Donnerechse“ aus der Verwandtschaft von Apatosaurus (früher: Brontosaurus). Von einem solchen mehr als 20 Meter langen und etwa 30 Tonnen schweren Giganten wurde 1979 in einem Steinbruch des Ortsteils Münchehagen von Rehburg-Loccum (Niedersachsen) eine fast 30 Meter lange Spur entdeckt.
Der größte aus Deutschland bekannte Raub-Dinosaurier stammt aus der Gruppe um Megalosaurus. Seine Existenz ist durch dreizehige, 63 Zentimeter lange Fußabdrücke aus dem Ortsteil Barkhausen von Bad Essen (Niedersachsen) belegt.
Die erste Abbildung eines Dinosaurierfundes ist in dem Buch "Naturgeschichte der Grafschaft Oxfordshire" von 1677 aus der Feder des englischen Professors Robert Plot (1640–1696) enthalten. Er deutete diesen Fund irrtümlich als Elefantenknochen oder Überreste eines "Riesen". Tatsächlich zeigen seine Zeichnungen den Teil eines Oberschenkelknochens des Raub-Dinosauriers Megalosaurus.
Die erste wissenschaftliche Beschreibung eines Dinosauriers wurde 1824 von dem englischen Paläontologen William Buckland (1784-1856) veröffentlicht. Er hatte Zähne und Knochen des Raub-Dinosauriers Megalosaurus aus Stonesfield bei Oxford untersucht. Buckland hielt Megalosaurus für eine ausgestorbene Riesenraubechse.
Die erste Verwendung des Begriffes Dinosaurier geht auf eine wissenschaftliche Tagung von 1841 in Großbritannien zurück. In seinem Vortrag über die fossilen Reptilien Großbritanniens stellte der Londoner Paläontologe Richard Owen (1804–1892) der Öffentlichkeit erstmalig die Gruppe der Dinosaurier vor. Der Name Dinosaurier leitet sich von den griechischen Wörtern deinos (schrecklich) und sauros (Echse) ab.
Die erste Entdeckung von Dinosaurier-Fährten in Amerika glückte 1802 dem Farmersohn Pliny Moody beim Pflügen eines Feldes unweit von South Hadley im Staat Massachusetts (USA). Dabei stieß er auf einen Stein, der einen dreizehigen Fußabdruck aufwies. Eduard Hitchcock (1793–1864), der Nestor der Lehre von den Fährten fossiler Wirbeltiere, hielt diesen Fund zunächst für ein Relikt aus der Zeit der biblischen Sintflut: Er meinte, dass es sich um Fußspuren des Raben handelte, den Noah fliegen ließ, damit er das Festland suche.
Der tiefste Fundort von Dinosauriern ist eine Kohlengrube der belgischen Stadt Bernissart. Darin wurden 1877/78 in 322 Meter Tiefe zahlreiche Skelettreste des pflanzenfressenden Dinosauriers Iguanodon entdeckt.
Die größte Anzahl von Dinosaurier-Skeletten einer einzigen Gattung wurde 1947 in einem Massengrab bei der so genannten "Geister-Ranch" in New Mexico entdeckt. An diesem Ort fand man Überreste von etwa hundert Exemplaren der Dinosauriergattung Coelophysis aus der Triaszeit vor mehr als 210 Millionen Jahren. Coelophysis war ein flinker Räuber mit einem Gewicht von schätzungsweise 30 Kilogramm.
Die meisten Dinosaurier-Skelette von einer Gattung in Deutschland kamen zwischen 1911 und 1932 in Trossingen, östlich von Villingen-Schwenningen in Baden-Württemberg zum Vorschein. Dort fand man viele vollständige Skelette und diverse Skelettteile des Plateosaurus, der aufgrund seines häufigen Vorkommens in Baden-Württemberg auch als "schwäbischer Lindwurm" tituliert wurde.
Das kleinste Gehirn unter den Dinosauriern hatte vermutlich die pflanzenfressende Platten-Echse Stegosaurus (USA). Es war nur so groß wie eine Walnuss.
Den längsten Kamm auf den Kopf trug der Helm-Dinosaurier Parasaurolophus (USA). Der Kamm erreichte bis zu 1,80 Meter Länge und dürfte ein Schallresonanz-Organ gewesen sein, mit dem die Tiere laute Töne hervorbringen konnten.
Die größte Anzahl von Zähnen aller Dinosaurier hatte der Entenschnabel-Dinosaurier Anatosaurus (USA). Seine Kiefer waren mit mehr als 2000 Zähnen bestückt.
Das größte Rückensegel hatte vermutlich der Raub-Dinosaurier Spinosaurus (Ägypten und Niger). Das Segel war mindestens 1,75 Meter hoch, wie die mannslangen Dornfortsätze der Wirbelsäule zeigten.
Das längste Ei eines Dinosauriers hat eine Länge von 41 Zentimetern und wurde Anfang 2000 von einem Team südkoreanischer Paläontologen in der Nähe von Tongyong City gefunden.
*
Hinweis: Neue Funde und neue Erkenntnisse bringen immer wieder "Rekorde der Dinosaurier" ins Wanken.
Betreiber: Doris Probst -
Mitarbeiter und Verantwortlicher im Sinne vom § 10 Abs. 3 MDStV: Ernst Probst -
Im See 11 -
55246 Mainz-Kostheim -
Telefon 06134/21152 -
Bitte keine Anrufe nach 18 Uhr
und am Wochenende! -
E-Mail: dorisprobst (at) gmx.de
ernst.probst (at) gmx.de
*
Keine Abmahnung ohne vorherigen Kontakt!
Sollte der Inhalt oder die Aufmachung dieser Webseiten fremde Rechte Dritter oder gesetzliche Bestimmungen verletzen, so bitten wir um eine entsprechende Nachricht ohne Kostennote. Wir garantieren, dass die zu Recht beanstandeten Passagen unverzüglich entfernt werden, ohne dass von Ihrer Seite die Einschaltung eines Rechtsbeistandes erforderlich ist. Sollten trotzdem von Ihnen ohne vorherige Kontaktaufnahme Kosten ausgelöst werden, werden wir diese vollumfänglich zurückweisen und gegebenenfalls Gegenklage wegen Verletzung vorgenannter Bestimmungen einreichen.